 Foto: djd/privat ...und das sogar bis ins hohe Alter
(djd/pt). Wie funktioniert unser Gehirn und wie können wir es im Alter stärken? Dr. rer. nat. Christa-Jana Hartwig, Diplom-Psychologin, Buchautorin und Trainerin mit den Schwerpunkten Persönlichkeitsentwicklung sowie Konzentrations- und Gedächtnistraining erklärt Hintergründe und gibt Tipps für den Alltag.
Wie funktioniert unser Gehirn? Dr. Hartwig: Unser Gehirn hat sich im Laufe der Evolution so herausragend entwickelt, dass wir uns tatsächlich von allen anderen Lebewesen auf dieser Erde unterscheiden. In seiner Gesamtheit umfasst unser Gehirn rund 100 Milliarden Neuronen (Nervenzellen). Jede Nervenzelle kann dabei bis zu 20 000 Dendriten (Äste) entwickeln, das heißt, die Zahl möglicher Neuronenverbindungen ist unvorstellbar groß. Das ermöglicht uns, in jeder Sekunde etwa zehn Millionen Informationseinheiten (Bit) über unsere Wahrnehmungskanäle aufzunehmen.Warum vergessen wir? Dr. Hartwig: Das Langzeitgedächtnis ist der Speicher, der Informationen "ewig" bereithält. Allerdings kommen längst nicht alle Informationen, die wir täglich aufnehmen, in diesen Speicher. Es werden nur solche Erfahrungen oder Fakten abgelegt, die für uns überlebenswichtig oder von besonderem Interesse sind oder eine emotionale Bedeutung haben. Doch selbst dann können wir uns an manche Zusammenhänge oder Erlebnisse einfach nicht mehr erinnern. Das geschieht, wenn Assoziationen und Verknüpfungen im Gehirn sehr stark sind. Diese haben sich dann im Verbindungsnetzwerk regelrecht verklumpt. Dabei kann es vorkommen, dass Erinnerungen einfach ganz weg sind. Andere Informationen fallen uns manchmal nach einiger Zeit wieder ein. Lässt die geistige Fitness im Alter nach? Dr. Hartwig: Ein Mensch stirbt normalerweise mit etwa 98 Prozent seiner Gehirnmasse, die bereits embryonal angelegt war. Knochen und Muskeln dagegen unterliegen einem viel stärkeren Verschleiß. Über die Leistungsfähigkeit des Gehirns, die so genannte geistige Fitness, entscheidet vielmehr die Anzahl der Verbindungen (Synapsen) zwischen den Nerven. Es ist durchaus möglich, dass ein alter Mensch, der sein Gehirn trainiert und fit hält, über doppelt so viele Synapsen verfügt wie ein junger, "untrainierter" 30-Jähriger. Durch neue Eindrücke und Erfahrungen wird die Synapsenbildung im Gehirn gefördert. Wer also immer wieder Neues lernt, wird bis ins hohe Alter geistig fit bleiben können. Dennoch stellen viele ältere Menschen fest, dass ihre Denkprozesse langsamer verlaufen. Das hat mit der geringeren Energieversorgung/Sauerstoffzufuhr zu tun, und dies wiederum ist häufig eine Folge von Arterienverkalkung. Deshalb sind eine ausgewogene Ernährung, viel frische Luft Nichtrauchen und eine Unterstützung der Energieversorgung, z.B. mittels Ginkgoextrakten (aus der Drogerie oder Apotheke) wichtig. Außerdem wirkt sich eine Lebensgestaltung mit interessanten und freudigen Ereignissen, Bewegung und Neugier auf Neues positiv auf den Erhalt der geistigen Fitness aus. Was kann man selbst tun, um geistig fit zu bleiben? Dr. Hartwig: · Stress vermeiden. Er führt zu Denkblockaden. · Auch Stress im positiven Sinne, der so genannte Eustress, ist dauerhaft nicht gut, da das Gehirn Entspannungsphasen braucht sowie ausreichend Schlaf, um gut funktionieren zu können. · Denksportaufgaben fordern das Gehirn. · Zuviel Routine ist schlecht. So empfiehlt es sich beispielsweise immer mal wieder neue Wege zu gehen, z.B. beim Einkaufen, beim Kochen oder anderen Alltagsdingen. · Sport macht nicht nur körperlich fit, sondern auch geistig. Es ist nachgewiesen, dass Laufen oder Joggen zur Kontraktion des Gewebes führt, in das Neuronen und Dendriten eingebettet sind. Dadurch verkürzen sich die Strecken zwischen den Neuronen. Dies führt wiederum zu einer schnelleren Sprossung von neuen Dendriten und Verbindungen.
Was braucht das Gehirn zum Funktionieren? Dr. Hartwig: Das Gehirn macht gewichtsmäßig im Durchschnitt zwei Prozent des Gesamtkörpergewichts aus. Es verbraucht aber ein Fünftel der Energie. Das heißt, wir müssen für ausreichend Energiezufuhr sorgen, damit unser Gehirn gut funktionieren kann. Unerlässlich dafür sind Sauerstoff, Wasser, Mineralien, Vitamine, Eiweiß und Glukose/Fruktose. Da sich viele Menschen oftmals nicht ausgeglichen ernähren, können Nahrungsergänzungsmittel hilfreich sein, um die nötige Zufuhr der angegebenen Stoffe zu gewährleisten. Bei der Wasserzufuhr sind situationsabhängig zwei bis vier Liter täglich zu empfehlen. Für die Sauerstoffzufuhr ist regelmäßige Bewegung an der frischen Luft ideal.
Inwiefern können pflanzliche Wirkstoffe wie Ginkgo und Ginseng einen positiven Beitrag leisten? Dr. Hartwig: Die positiven Wirkungen von Ginkgo und Ginseng (wie etwa in den tetesept Ginseng Ginko Dragees enthalten) auf die Lebenskraft werden von alters her beschrieben., . · Ginseng hat allgemein stärkende, regulierende und stimulierende Effekte und wirkt auch gegen Stress. Im Labor nachgewiesen wurden bisher eine Erhöhung der Anzahl der roten Blutkörperchen bei Personen, die Ginseng einnahmen, sowie ein erhöhter Gehalt an Hämoglobin in den roten Blutkörperchen. Damit verbessert sich der Sauerstofftransport, was wiederum zu erhöhter geistiger Fitness führen kann. Ginseng enthält darüber hinaus so genannte Antioxydantien, die die Zellen vor aggressiven Molekülen (freien Radikalen) schützen. · Die durchblutungs- und hirnleistungsförderliche Wirkung aus Ginkgoblättern-Extrakten ist mittlerweile wissenschaftlich belegt. Der Blättersaft verdünnt das Blut, macht es fließfähiger und führt dadurch zu einer besseren Sauerstoffversorgung im gesamten Körper. Gleichzeitig stabilisiert er die Gefäßwände. Beide Wirkungen zusammen beugen Arteriosklerose vor. Das wiederum kann nachlassender Hirnleistung im Alter vorbeugen. Der Alterungsprozess der Blutgefäße setzt etwa ab dem 40. Lebensjahr ein, so dass die Einnahme von Ginkgoextrakt ab diesem Alter empfehlenswert ist.
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